Ein anspruchsvoller Individualist - würdevoll und treu







In der Ruhe liegt die Kraft! Auf kaum ein anderes Tier trifft diese Weisheit besser zu als auf den imposanten Japaner! Der Akita ist ein würdevolles japanisches Denkmal – groß, kräftig, manchmal eigenwillig, aber seinen Lieben immer treu. Seine Eigenständigkeit und sein unerschütterliches Selbstbewusstsein machen ihn nicht zur ersten Wahl für Hundeanfänger. Unterwürfigkeit ist ihm fremd – er möchte überzeugt werden. Wer allerdings sein Herz erobert hat, der findet im Akita einen unvorstellbar treuen Begleiter.
Sektion 5: Asiatische Spitze und verwandte Rassen.
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Der Akita kann auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken. Erste Darstellungen eines Hundes mit Stehohren und über dem Rücken geringelter Rute gab es schon auf tönernen Grabbeigaben im Japan des 2. Jahrhunderts vor Christus. Über die Entwicklungsgeschichte des Akita gibt es keine eindeutigen Informationen. Gesichert ist jedoch, dass der Akita – gemeinsam mit anderen asiatischen Rassen wie z.B. dem Chow-Chow – genetisch dem Wolf sehr ähnlich ist und damit zu den ältesten Hunderassen Asiens zählt. Sein Name stammt von der Präfektur Akita im Norden Japans, wo im frühen 17. Jahrhundert die Zucht eines großen und vielseitigen Jagdhundes ihren Ausgang nahm. Der ursprüngliche Akita war ein kleinerer Spitz-Hund, der neben der Jagd auf Bären auch für Hundekämpfe eingesetzt wurde.
Ab dem späten 19. Jahrhundert wurde der Akita mit Tosa und Mastiffs gekreuzt. Dadurch legte er an Größe zu, verlor aber viele Merkmale eines Spitz-Hundes. 1908 wurden Hundekämpfe verboten, und der Akita war beinahe vom Austerben bedroht.
Um 1930 begannen die Bemühungen, den Akita als Rasse zu erhalten. 1931 wurde der Akita vom Kaiser zu einem japanischen Naturdenkmal erklärt und seine Ausfuhr wurde verboten.
Während des 2. Weltkriegs wurden die Hunde in Japan wieder stark dezimiert, da ihre Felle zur Herstellung von Militärkleidern verwendet wurden. Nur deutsche Schäferhunde waren davon ausgenommen, sodass begonnen wurde, den Akita mit dem deutschen Schäferhund zu kreuzen.
Nach dem 2. Weltkrieg bildeten sich 2 Rasselinien heraus: der hier beschriebene japanische Akita, der von japanischen Züchtern wieder bewusst in Richtung Ursprünglichkeit gezüchtet wurde, und der mit dem Schäferhund gekreuzte „American Akita“, der nach dem 2. Weltkrieg in die USA gebracht und dort weitergezüchtet wurde. Beide Akita-Linien sind heute vom FCI als eigenständige Hunderassen anerkannt.
Die Spitze, zu denen auch der Akita zählt, sind eigentlich eher kleine Rassen. Nicht so der eindrucksvolle Akita: seine Größe (bis 70 cm Widerristhöhe) und sein kräftig-muskulöser Körperbau machen aus ihm eine eindrucksvolle Erscheinung, die ihn auch zu einem japanischen Naturdenkmal gemacht hat.
Der breite Kopf mit der typischen Stirnfurche, die tiefe Schnauze und die kleinen Augen prägen sein Erscheinungsbild. Die eher kleinen, dreieckigen Ohren trägt der Akita aufrecht und leicht nach vorne geneigt. Die Rute trägt er fest eingerollt auf dem Rücken. Nacken und Körper sind muskulös entwickelt. Das Verhältnis von Widerristhöhe zu Körperlänge ist in etwa 10:11.
Das Fell des Akita ist 2-lagig und macht ihn unempfindlich gegen Wind und Wetter. Das Oberfell fühlt sich grob und hart an, die Unterwolle dagegen ist weich und dicht. Die Fellfarben reichen von rötlich-falbfarben („falb“ bezeichnet ein fahles Gelb bis hellgrau-braun) bis weiß und gestromt.
Die würdevolle Erscheinung des Akita lässt auch auf seinen Charakter schließen. Er ist ein selbstbewusster, in sich ruhender Hund, der sich selbst genug ist. Ausgelassenes Spiel mit Artgenossen ist ihm nicht wichtig. Er ist ein Einzelgänger, und zeigt das auch oft in der Begegnung mit anderen Hunden. Besonders die Rüden versuchen, gleichgeschlechtliche Artgenossen zu dominieren. Wer einen Hund sucht, der sich problemlos mit anderen verträgt und den man problemlos auf einer Hundewiese frei laufen lassen kann, der sollte sich nach einer anderen Rasse umsehen.
Der Akita ist nicht unterwürfig und sein „will-to-please“ ist nur sehr gering ausgeprägt. In Kombination mit seiner Kraft und Größe erfordert das eine liebevolle aber konsequente Erziehungsarbeit. Für Hundeanfänger ist ein Akita nur bedingt geeignet. Wenn er körperlich und geistig ausgelastet ist, wird er zu einem verlässlichen Begleiter. Ein unterforderter Akita dagegen, der vielleicht auch noch oft alleine gelassen wird, entwickelt seinen eigenen Kopf und kann seinem Halter das Leben schwer machen. Als ursprünglicher Jagdhund neigt er im Freien zum Wildern und Jagen.
Trotz seiner Eigenständigkeit ist dem Akita ein enger Familienanschluss extrem wichtig. Auch mit Kindern kommt er sehr gut zurecht. Aber auch hier gilt, Kinder nie mit einem Hund unbeaufsichtigt zu lassen. Fremden gegenüber gibt er sich eher gleichgültig. Trotzdem ist der Schutzinstinkt seinem Rudel gegenüber stark ausgeprägt.
Aber wenn der Akita erst einmal eine intensive Bindung zu seinem Halter aufgebaut hat, ist er ein anhänglicher und unglaublich treuer Begleiter.
Akitas sind generell saubere Hunde und riechen kaum. Zur Fellpflege reicht es meist, das zweilagige Fell ein- bis zweimal wöchentlich gut zu bürsten. Anders allerdings im halbjährlichen Fellwechsel, in dem die Akitas ihre Unterwolle in Büscheln verlieren: hier sollte man den Akita täglich gründlich bürsten, um die toten Haare aus dem Fellkleid zu entfernen. In der Pflege von Krallen und Zähnen unterscheidet sich der Akita nicht von anderen Rassen.
Rassetypische Krankheiten treten bei Akitas leider immer wieder auf. Dazu zählen Hauterkrankungen, Epilepsie, Schilddrüsen-Erkrankungen, progressive Retinaatrophie und die bei großen Hunderassen weit verbreitete Hüftgelenksdysplasie (HD). Durch die Auswahl eines seriösen Züchters, der seine Zuchttiere auf rassetypische Krankheiten testet, können diese aber weitgehend vermieden werden.